14.-17.10.2011 in Glashagen
Verumpolis IV – Der schwarze Tod
Zum nunmehr vierten Male geschah es, dass die ehrenwerten Bürger Verumpolis dem Rufe ihrer aller Heimat folgten, um sich für ein neues Abenteuer zu rüsten. Und doch war in diesem Jahr alles anders. Ein schrecklicher Fluch überkam die tapferen Recken und Maiden, der beinahe die komplette Auslöschung der Stadt zur Folge hatte. Alles begann mit dem Fund eines mysteriösen Tagebuches. Wie ein Tagebuch soll auch der Bericht dessen sein, was geschah, denn wir taten es dem Verfasser unseres Fundstückes gleich und schrieben, wie er, auf den bis dahin noch leeren Seiten nieder, was sich begab.
14. Oktober
Am Abend unserer Ankunft in Verumpolis saßen wir in der Bibliothek beisammen. Plötzlich hörten wir eine hysterische Frauenstimme, die draußen durch die mondhelle Nacht schallte. Sie prophezeite uns Unheil, Krankheit und unser aller Tod. Doch wir kümmerten uns nicht weiter um das Geschrei und setzen unsere Geschichtsstunde zu Verumpolis fort.
15. Oktober
Vor dem Frühstück entdeckte einer der Adligen unserer Stadt dieses alte Tagebuch. Doch fehlte ein Großteil der Seiten. Wenig später fanden wir einige der ausgerissenen Seiten. Ein Mann schildert das Ausbrechen der Pest in seinem Dorf, auch seine Familie ist betroffen. Nachdem seine Frau vom schwarzen Tod dahingerafft wurde, musste er mit seiner Tochter fliehen, um nicht von den Dorfbewohnern getötet zu werden. Sie flohen in die Wälder und entdeckten nach einer entbehrungsreichen Woche eine kleine Hütte. Sie wurde von einer Kräuterfrau namens Hermeneutika bewohnt. Die Alte kenne ein Heilmittel gegen die Pest, also blieben der Mann und seine Tochter bei ihr und hofften auf rasche Heilung. Der Name der Tochter lautet Transzendenzia. Wir haben Grund zur Annahme, dass es sich um dieselbe Transzendenzia handelt, deren Geist uns bereits vor zwei Wintern heimsuchte. Des Vaters Name ist nicht überliefert, daher beschlossen wir, ihn Jünter zu nennen. In weiteren Kapiteln haben wir von den heilenden Tinkturen, Rezepten und Vorgehensweisen erfahren, die gegen die Pest helfen sollen. Um uns selbst vor der Krankheit des Teufels zu schützen, folgten wir den Anweisungen von Hermeneutika. Wir stellten Seife und duftende Kerzen her und schnitten Fratzen in Kürbisse, um böse Geister zu vertreiben. Schließlich aßen wir eine heilende Kürbissuppe, doch für einige scheint es bereits zu spät zu sein …
Wir wollen, wie Jünter vor vielen Jahren, die Behandlung niederschreiben.
16. Oktober
Entgegen aller Vermutungen sind die Kranken heute wieder auf dem Weg der Genesung. Eine weitere Seite des Tagebuches wurde gefunden, welche uns verkündete, dass Transzendenzia ihren fünften Geburtstag hatte. Damals spielte Hermeneutkia mit Transzendenzia lustige Spiele, um sie an diesem besonderen Tag von ihrem Unheil abzulenken. Mysteriöserweise erschien uns bei Tee und Kuchen eine Fata Morgana der spielenden Transzendenzia und Hermeneutika. Während wir dem Vorbild der beiden folgten und uns selbst im lust'gen Spiel betätigten, geschah in der Küche ein Unheil. Üble Dämpfe stiegen empor und offenbarten uns ein kohlrabenschwarzes Brot im Ofen. Welch unheilvolles Zeichen?
Nach dem Abendbrot stimmten wir in geselliger Runde Lieder unserer Zeit an und saßen in der Bibliothek beisammen. Auf wundersame Weise entdeckte Balduin inmitten der ganzen Bücher das kurz zuvor spurlos verschollene Tagebuch wieder und verkündete, was dieser Tage niedergeschrieben wurde.
Ein Teil der Bürger Verumpolis reinigte anschließend Körper und Geist in der Sauna, während die anderen sich der Freuden des Gesanges erquickten. So neigte sich wieder ein Tag ohne weitere dramatische Ereignisse. Die Ausführung der empfohlenen Anweisungen zeigt ihre Wirkung und wir hoffen, dass dies noch weiter der Fall ist.
Heute morgen wagten wir uns in die eisige Kälte, um auf raureifbedecktem Rasen in Gestalt von Ritter, Drachen und Prinzessin einen Kampf auszutragen, wobei der Drache durch seine konsequente Nicht-Verwandlung den Sieg davontrug.
Als Bartholomäus Bob besuchen ging, mit dem eisernen Willen, dem Pfropfen des Frühstücks Dampf zu machen, fand er eine weitere Tagebuchseite, die uns darauf hinwies, dass Kälte den Heilungsprozess hemmt. Deshalb versuchten wir uns Filzschuhe herzustellen. Unheilvollerweise gelang dies nicht allen Verumpolitanern …Unheil!!!
17. Oktober
Heute stehen wir vor dem letzten großen Rätsel. Jünter beschrieb uns, wie Hermeneutika einst von alten Waldgeistern, Aleatori genannt, das Heilmittel erhielt. Nachdem wir also in der gestrigen Nacht wie Hermeneutika mit den weisen Aleatori in Kontakt traten, müssen wir nun noch die erhaltenen Informationen auswerten. Der Adel erwies sich darin als UNFÄHIG!
Den letzten Abend verbrachten wir in einer gemütlichen Runde oder in der Sauna. Danach fanden wir die letzten zwei Tagebuchseiten, die bewiesen, dass es wirklich ein Heilmittel gibt, wenn es rechtzeitig zur Anwendung kommt. Für „uns Jünting“ kam die Hilfe zu spät. (Stille)
Wir hoffen, dass das Heilmittel für unsere Erkrankten nicht zu spät kommt.
Verfolgt vom Haferschleim flohen wir über die Stadtmauer, kletterten hinauf auf einen Baum. All dies half nichts, da wir in einen mordlustigen See voll Haferschleim fielen. Nur Bob konnte uns noch retten...... ......Schweißgebadet wachten wir auf.
Auf der Suche nach weiteren Hinweisen um das Rätsel der Aleatori zu lösen, entdeckten wir eine Spur von Leuchtsteinen. Sie wies ins Dunkel der Verumpolitanischen Katakomben. Am Ende des unheimlichen Ganges stießen wir auf einen Korb voller Äpfel. Was wollten die Geister uns damit verkünden? Sollte ein heilender Brei aus Äpfeln uns vor der Pest bewahren? Es schien das einzige Mittel zu sein, welches Hermeneutika damals in kurzer Zeit herstellen konnte. Gesagt, getan! Wir schritten mit mystischen Tänzen und Gesängen ans Werk. Nach der Einnahme des Breis vernahmen wir eine baldige Verbesserung unseres kränklichen Daseins.
So wie das Tagebuch mit der Beschriftung der letzten Seite endete, so endete auch die Bedrohung durch die Pest. Die niedergeschriebene Erinnerung an das durchlebte Grauen und die schließliche Heilung soll all jenen Rettung sein, die selbst dem schwarzen Tode anheimfallen. Denn so haben es die glorreichen Verumpolitaner wieder einmal geschafft, sich gegen alles Übel dieser Welt zu behaupten.
Der Teller der Wahrheit hat sich gedreht.
