Weihnachtsfeier in der Gemeinde St. Adalbert

Mit einer kleinen Verspätung erreichten wir die Pfarrei St. Adalbert am Montag, den 13. Dezember abends um 19:30 Uhr auf Wollin. Die Gemeindemitglieder erwarteten uns bereits. Wir wurden herzlich begrüßt.
 
Nach dem wir alle Platz gefunden hatten, ergriff Pfarrer Bernhard Bugaszewsk das Wort und erklärte uns, dass nach polnischem Brauch vor dem Essen aus dem Evangelium vorgelesen wird. Wir hörten die Weihnachtsbotschaft nach Lukas – erst auf polnisch, dann auf deutsch.
 
An jedem Gedeck lag eine Oblate. Bevor alle anfangen zu essen, ging jeder mit seiner Oblate reihum zu jedem anderen Gemeindemitglied, gab ein Stück seiner Oblate ab und brach sich ein Stück von dem des Gegenübers. Dabei wurden sich die besten Wünsche für das nächste Jahr gesagt. Diese Geste machte uns allen eine große Freude, auch wenn wir die Wünsche des anderen nicht verstanden. Hier spürten wir die Offenheit und Herzlichkeit, die wir füreinander haben.
 
Nach altem Brauchtum stehen als Erinnerung an die zwölf Apostel zwölf verschiedene Gerichte auf dem Tisch, alle fleischlos, u. a. Karpfen in Biersauce, Borschtsch, Piroggen, Hering in Öl, Bratfisch und Fisch in Aspik gehören ebenso auf die Weihnachtstafel wie Krautgerichte und polnischer Gemüsesalat. Zu diesem Weihnachtsmahl gehört auch Süßes zur polnischen Weihnachtstafel, besonders der Mohnkuchen.
 
Unsere beiden Kinder, Marina und Adnan, waren nicht so ganz begeistert von dem Weihnachtsessen. Fisch gehörte nicht zu ihrer Geschmacksrichtung. Sie hielten sich an Wasser und Brot, na ja und auch an den Kuchen.
 
Während des Essens stand auf einmal der Frauenchor von St. Adalbert auf und sangen einige Lieder. Leider sind wir nicht der polnischen Sprache mächtig, trotzdem waren wir von ihrer Aufführung begeistert.
 
Nach dem Essen sangen wir Weihnachtslieder, abwechselnd auf polnisch und auf deutsch. Die polnischen Ordensschwestern begleiteten uns mit der Gitarre und einer kleinen Handtrommel. Nach einer kurzen Weile bekamen die Kinder auch kleine Instrumente in die Hand gedrückt.
 
Kurz vor Schluss erhielten wir ein kleines Geschenk, eine Weihnachtstüte mit Naschereien.
 
Der Abend hat uns allen viel Spaß bereitet, wir haben gut gegessen und uns mit Händen und Füßen unterhalten. Wir danken unserer Freundesgemeinde für einen gelungenen gemeinsamen Abend.
 
Marion von Brechan
 
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